Warum WooCommerce ein gute Idee für Online Shops ist.

Der Bedarf an einfachen Lösungen für den E-Commerce-Markt ist groß. Allein in Deutschland haben wir ein ungefähres Suchvolumen von 30.000 Interessenten zur Erstellung von Online Shops. Dabei sind nicht mal die exakten Suchen nach bestimmten Software-Produkten mit einbezogen.

Der Markt für Klein-und Mittelständler

Der Bedarf an E-Commerce Lösungen für Klein-und Mittelständler steigt seit den letzten Jahren stetig an und oftmals stellt sich der Online Handel als echte Alternative zum stationären Ladengeschäft da. Wen mag es da verwundern, das auch immer mehr Anbieter auf den Markt drängen und ihre Produkte gezielt für diesen Markt optimieren.

Online Shop in der Cloud

Der Großteil der Softwareanbieter in diesem Segment setzt auf Cloud-basierte Lösungen um die Einrichtung, Verwaltung und den Laufzeitbetrieb möglichst einfach anzubieten.

Shopify

Einer der größten amerkikanischen Anbieter in diesem Marktsegment ist shopify. Shopify ist übrigens ein Produkt des deutschen Gründers Tobias Lütke. Es bietet aber nach wie vor keine richtige Optimierung für den deutschen Markt.

Jimdo

Ein weiterer Anbieter in diesem Segment ist Jimdo. Jimdo macht vor allem durch permanente Fernsehwerbung auf sich aufmerksam. Der „Baukasten-Online-Shop“ von Jimdo bietet sich in der Regel nur bei einer bestehenden Jimdo-Seite an. Wer eine eigene Domain nutzt braucht für einen kleinen Online Shop mit bis zu 15 Produkten das JimdoPro-Abonnement.

VersaCommerce

Ein interessanter Neueinsteiger der speziell den deutschen Markt anspricht ist VersaCommerce. Es handelt sich hier ebenfalls um eine Cloud-Lösung, die allerdings neben dem reinen Online Shop auch entsprechende Erweiterungen für das Rechnungs- und Bestellmanagement und ein Reporting und Analyse-Feature bietet. Für mich persönlich ist VersaCommerce das WooCommerce in der Cloud. Wer gerne keine Zeit mit der technischen Anpassung verbringen möchte und sich nicht an einer Cloud-Lösung stört ist mit VersaCommerce bestens beraten.

 

Online Shop mit eigenem Server

Magento

Magento war jahrelang der Platzhirsch am Markt für größere Online Shops bis hin zum Enterprise-Level. Auch heute werden noch viele Magento-Shops umgesetzt und die Entwicklung von Magento 2.0 lässtdefintiv auf eine solide Erweiterung des Shop-Systems hoffen. International betrachtet hat Magento eine enorme Verbreitung. Das macht sich vor allem in der Menge an Extensions für jeden erdenklichen Einsatz bemerkbar. Magento stellt etwas stärkere Anforderungen an den Server als eine normale Website. Das sollte aber kein Problem darstellen, wer ernsthaft einen Online Shop plant oder betreibt wird zwangsläufig auch eine solide Hosting-Lösungen oder einen ManagedServer benötigen oder im Einsatz haben.

Shopware

Die deutsche Zukunft für den Online Handel. So mag man manchmal glauben, wenn man sich die rasante Entwicklung, die vielen sehr gut gemachten Community-Events und das solide Zertifizierungs-Programm anschaut. Ich selbst durfte schon an einigen Shopware-Shops arbeiten und kann sagen, für die passende Zielgruppe die optimale Lösung. Wir sprechen hier von umfangreichen Online Shops mit 500 und mehr Artikeln, Multichannel-Konzepten und Marktsegmentierungen. Das alles gibt es bei Magento selbstverständlich auch, doch ist die Handhabung innerhalb von Shopware deutlich einfacher. Eine erfahrene Agentur oder ein interner Entwickler wird trotzdem notwendig sein um diese Software effizient nutzen zu können.

Wo bleibt WooCommerce?

WooCommerce befindet sich bewusst am Ende dieses Artikels. Es füllt meiner Ansicht nach die Lücke zwischen den gängigen Cloud-Anbietern und den umfangreichen Lösungen mit eigenem Server. Ein guter WooCommerce Online Shop braucht genauso wie ein Magento- oder Shopware-Shop eine solide Serverarchitektur. Gerade bei einem hohen Anteil an Varianten sollten Sie sich diesbezüglich einen Profi hinzu ziehen.

WooCommerce nur für kleine Online Shops geeignet.

WooCommerce hat sich in den letzten Jahren zu einem soliden Toolkit für die Entwicklung eines Online Shops entwickelt. Vorbei sind die Zeiten in denen man mit WooCommerce maximal 15 Produkte verwalten kann oder „mal eben“ einen Online Shop zu seiner Webseite aufzieht. WooCommerce kann mehr. Es ist durchaus kein Kampf mehr mit WooCommerce einen Online Shop mit bis zu 1000 Produkten zu verwalten.

WooCommerce hat keine Schnittstellen.

Tatsächlich befanden wir uns vor einigen Jahren noch in der Situation mit WooCommerce ein Online Shop ohne Anbindung an gängige Warenwirtschaftssysteme vorzufinden. Aber die Entwicklung von WooCommerce ist nicht stehen geblieben. Viele Anbieter haben mittlerweile das Potenzial erkannt und entsprechende Schnittstellen entwickelt. So findet sich z.B. hier eine Anbindung an die WaWi von JTL, DMConnector bietet eine Schnittstelle von Lexware zu WooCommerce und OscWare bietet gleich eine ganze Reihe weiterer Schnittstellen zu WooCommerce.

Die Macht von Open Source.

Das Kernsystem WooCommerce ist Open Source. Wir sprechen also von „freier Software“. Das bedeutet natürlich, dass ich als „Kunde“ nicht mal eben dort anrufen kann und mir wird entsprechend bei einem Problem geholfen. Das heißt aber auch, das die Weiterentwicklung von einer der größten Software-Communities der Welt voran getrieben wird. Den persönlichen Support und die Weiterentwicklung übernimmt dann (wie z.B. auch im Falle von Magento) die Agentur mit der Sie zusammenarbeiten.

Unklare Weiterentwicklung.

Ein weiteres Gerücht ist die Problematik, das hinter WooCommerce ein amerikanisches Unternehmen steht und daher die Entwicklung ungewiss sei. WooCommerce wurde am 15.05.2015 von Automattic gekauft. Automattic ist das Team hinter Matt Mullenweg (dem „Erfinder“ von WordPress). Das Unternehmen mit seinen 430 Angestellten steht hinter der Entwicklung von wordpress.com der Hosting-Variante von WordPress und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung von WordPress bei. Es darf doch stark daran gezweifelt werden, dass ein Unternehmen welches auf 1,19 Milliarden US-Dollar gewertet wurde in den nächsten Jahren dicht machen wird.

Kaum Erweiterungen für WooCommerce.

Viele Shop-Systeme bauen auf die Menge der zur Verfügung stehenden Menge an Erweiterungen. Aktuell befinden sich 365 Extensions in der offiziellen Übersicht von WooCommerce. Das sind zunächst weniger als bei Shopware und Magento. Nun dürfen wir zwei Tatsachen nicht außer Acht lassen:

  1. Es gibt diverse weitere Anbieter von WooCommerce Extensions
  2. Theoretisch ist jedes WordPress Plugin eine WooCommerce Extension

Aktuell befinden sich 43.947 Plugins im Repository von wordpress.org. Davon über 1000 die explizit für WooCommerce entwickelt wurden. Im Repository befinden sich übrigens nur kostenlose Lösungen, das heißt den Markt von Premium-Plugin-Anbietern lassen wir an dieser Stelle außen vor.

Schwierige Entwicklung.

Klar kann nicht jeder, der ein paar Zeilen HTML, CSS und PHP schreiben kann einen innovativen und conversions-starken Online-Shop mit WooCommerce zaubern. Dennoch sind die technischen Hürden für den Enstieg deutlich geringer, als bei manch anderen Systemen. Die Dokumentation für WordPress und WooCommerce zählen wohl zu den umfangreichsten die der Markt zu bieten hat. Wer nicht die Zeit oder das Know-How hat, muss es sich erarbeiten oder eben einen Profi engagieren.

Fazit:

WooCommerce ist bereit für den deutschen Markt. WooCommerce ist bereit für dein Einsatz in echten E-Commerce Projekten. Auch WooCommerce sollte mit professioneller Unterstützung entwickelt werden. Streicht eure Vorurteile und testest WooCommerce.

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